Segmentale Stabilisation der Wirbelsäule


Ultraschall als Biofeedbackverfahren

Querschnitt durch die drei Bauchmuskelschichten, M. obliquus externus, M. obliquus internus, M.transversus abdominis, in den unteren Bildern genau beschriftet
Querschnitt durch die drei Bauchmuskelschichten, M. obliquus externus, M. obliquus internus, M.transversus abdominis, in den unteren Bildern genau beschriftet

Beeindruckende Bilder aus der Tiefe bietet uns seit einiger Zeit der Ultraschall. Im Gegensatz zu Ärzten nutzen Physiotherapeuten diesen nicht diagnostisch, sondern als Biofeedbackverfahren um die Anspannung der Muskulatur zu überprüfen und die Muskel(fehl)funktion darzustellen.
Die hier dargestelleten Muskeln sind wichtig für die Stabilität der Wirbelsäule und helfen Rückenschmerzen zu lindern.
Seit längerer Zeit wird dieses Verfahren bereits für die tiefe Bauch- und Rückenmuskulatur und seit neuerem auch für die Beckenbodenbehandlung bei der Therapie der Inkontinenz eingesetzt.

Der Vorteil der Therapie ist im Gegensatz zum bisherigen Tasten der Muskulatur immens und erfüllt den hohen wissenschaftlichen Anspruch an unsere Therapie zur Behandlung von Patienten mit Rückenbeschwerden. 

Nach einer kurzen Einweisung über die Anatomie der Bauchmuskeln erhält der Patient eine sehr gute Vorstellung über die Problematik in der Therapie.
Die tiefe Lage des queren Bauchmuskels - M. transversus abdominis (TrA) - machte es bisher schwer, die Anspannung dieses Muskels zu trainieren, da das Ertasten dieses Muskels durch mehrere Zentimeter dicken Schichten nahezu unmöglich ist. Als unterster der drei Bauchmuskelschichten liegt der M. transversus abdominis von zwei dicken Muskelschichten verdeckt.
Seine speziellen Fähigkeiten für die Stabilisation der Wirbelsäule sind jedoch in vielen wissenschafltichen Studien unumstritten, sodass er seit Mitte der 1990er Jahre als Schwerpunkt im Training bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen galt.
In letzter Zeit weiß man allerdings, dass er wie viele andere Muskeln auch, ein wichtiger Baustein ist, aber ein alleiniges Training nicht ausreicht. 
Unumstritten ist, dass Menschen mit chronischen Rückenbeschwerden eine schlechte Kontrolle über diesen Muskel aufweisen und dass sie nach einem speziellen Trainings dieser tiefen Muskulatur eine wesentliche (signifikante) Verbesserung ihrer Beschwerden aufwiesen. 
Der Vorteil dieser Therapie ist, dass das Training dieser Muskulatur einfach und überall durchgeführt werden kann.
Der Ultraschall hilft dem Patienten sofort, mittels des Biofeedbackverfahrens, seine Anspannung zu überprüfen und der Therapeut kann nach einer gewissen Zeit des Übens bereits in der zweiten und dritten Kontrolluntersuchung eine Verbesserung beobachten und dokumentieren.
Deshalb sind in der Regel drei Behandlungen ausreichend um ein ausreichendes Gefühl für die Anspannung dieses Muskels wiederherzustellen.

Die Anspannung ist nach dem Erlernen mit dem Ultraschall einfach auszuüben und kann nahezu jederzeit und überall durchgeführt werden. 

Pfeil 1:            M. obliquus externus (Oberer schräger Bauchmuskel)


Pfeil 3 und 7:   M. obliquus internus (tiefer schräger Bauchmuskel) 

 

Pfeil 2 und 6:   M. transversus abdominis (TrA), (tiefer querer Bauchmuskel)

 

Beachten Sie beim Vergleich der Bilder A und B besonders den letzteren Muskel, der hier bei der Anspannung einerseits dicker wird und kürzer wird, so wie man es von einem gut arbeitenden Muskel erwartet.


Die Pfeile 2 und 6 repräsentieren den größeren Muskel-Durchmesser und die Pfeile 1 und 5 dokumentieren die normale Verkürzung des Muskels während dessen Anspannung.