Halswirbelsäule und Schwindel


Therapiemöglichkeiten bei Schwindel

 

Verletzungen des Gelenkes zwischen Kopf und Halswirbelsäule sind als Ursache von Schwindel, insbesondere nach Schleudertrauma-Verletzungen, Stürzen oder sonstigen Verletzungen. In den meisten Fällen sind diese Verletzungen leichte Halswirbelsäulendistorsionen (Überdehnungen) und gehen mit Muskelhartspann als Folge einer leichten Überdehnung des Kapsel-Band-Apparates der Halswirbelsäule einher. Diese führt häufig zur Bewegungseinschränkungen mit Blockierungen der Wirbelgelenke und ist ein ideales Indikationsgebiet zur Behandlung mit Manueller Therapie.

In den häufigsten Fällen ist die Überbeweglichkeit der Kopfgelenke und auch der restlichen Halswirbelsäule eine Erscheinung, die unsere Patienten schon jahrelang begleitet.  In den meisten Fällen, die wir sehen ist sie eine Folge von:

  • mangelnder Muskelkraft und Koordination
    -> Muskeldysfunktion
  • falsches Zusammenspiel der vorderen und hinteren Halswirbelsäulenmuskulatur
  • Haltungsdefizit
  • Verschleißerscheinung der Halswirbelsäule bedingt durch Bandscheibenverschmälerung 
  • Schleudertrauma-Verletzungen/Halswirbeldistorsionen
  • Rheuma
  • generelle Überbeweglichkeit der Gelenke (z.B. bei Frauen viel mehr als bei Männern)

Meistens ist nur ein Wirbelsäulen-Abschnitt betroffen, oft angrenzend finden sich hypomobile (weniger bewegliche) Bereiche. Diese sind wiederum eine Indikation für die Manuelle Therapie zur Verbesserung der Mobilisation, um das wiederum überbewegliche Nachbargelenk zu entlasten. 
Die weitere Behandlung, die daraus resultiert, ist ein spezifischer Aufbau der Halsmuskulatur, ein Muskeltraining, in Bezug auf Koordination und Kraft. Viele Patienten kennen diese Übungen bereits, sie sind Inhalt der segmentalen Stabilisation der Halswirbelsäule.

 

In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass als Folge der physikalisch als Peitschenschlag-Bewegung (engl: whiplash-injury) bezeichneten Verletzung, die bevorzugt bei schwerwiegenden Schleudertrauma-Verletzungen auftritt, eine Kopfgelenkshypermobilität -instabilität bestehen kann. Eine Kopfgelenksinstabilität entsteht durch Ruptur oder auch Überdehnung ligamentärer Strukturen im Bereich der Schädelbasis (C0) bis zum zweiten Halswirbel (Axis, C2). Verletzungen der sogenannte Alarligamente, die die oberen beiden Halswirbel direkt mit dem Kopf verbinden, insbesondere bei gleichzeitiger Ruptur (Einrissen) der Gelenkkapsel, lassen eine ungewünschte Fehlbewegung - eine Translationsbewegung - oder bei einseitiger Verletzung auch eine sogenannte rotatorische Subluxation (abnormale Drehbewegung) zwischen den ersten beiden Halswirbeln (Atlas und Axis) zu. Dies kann zu einer "intermittierenden basilären Impression", d.h. zu einer vorübergehenden Kompression/Impression der (arteriellen/sauerstoffreichen) Blutgefäße führen. Kennzeichnend für diese Schädigungen des hinteren Gehirnbereiches (Okzipitalhirn) sind Schwindel, Vigilanzstörungen (leichter Benommenheit über leichte Bewusstseinstrübung bis hin zu ausgeprägter Bewusstseinsstörung) und Sehstörungen. Kopfgelenksinstabilitäten gehen fast immer mit einer ausgeprägten Schwindelsymptomatik einher.

In unserer Praxis sehen wir immer wieder Patienten, bei denen andere Erkrankungen eine Kopfgelenkshypermobilität (Überbeweglichkeit) hervorgerufen haben, so z.B. Rheuma, abgelaufene bakterielle Erkrankungen des Nasen-Rachenraumes, die z.T. unbemerkt ablaufen. Diese Hypermobilität stellt ab einem gewissen Ausmaß der Überbeweglichkeit eine Kontraindikation für bestimmte Techniken der Manuellen Therapie da, das nennen wir relative Kontraindikation. Ob bei Ihnen nach einem Unfall oder einer Erkrankung eine Kopfgelenkshypermobilität vorliegt, können die Therapeuten in unserer Praxis anhand von Sicherheitstests der oberen Halswirbelsäule, die in sepziellen manualtherapeutischen Fortbildungen (siehe www.dfomt.org - Informationen für Ärzte und Kollegen - Kompetenzen eines Manualtherapeuten OMT) gelehrt werden, überprüfen. Sollte auch nur der geringste Verdacht bestehen, würden wir Sie sofort zu einem Facharzt zur weiteren Abklärung überweisen. In diesen Fällen wird meistens eine Kernspin-Tomografie (MRT oder NMR)/

Magnetresonanztomografie veranlasst, die die Gefäße und die Bänder der oberen Halswirbelsäule darstellen kann. 

 

 

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