Schulter-, Ellenbogen-, Handschmerzen


Schulter

Eine der häufigsten Erkrankungen der Schulter ist das Impingement-Syndrom (engl. „Zusammenstoß“). Es bezeichnet eine Funktionsbeeinträchtigung der Gelenkbeweglichkeit. Es entsteht zumeist durch Degeneration (Verschleiß) oder Einklemmung von Kapsel- oder Sehnenmaterial.

Der Begriff wird vorwiegend für die Schulter verwendet. Degeneration oder Verletzung der Rotatorenmanschette  (Rotatorenmanschettenruptur) sind hier die häufigste Ursache. Betroffene Patienten können, aufgrund der zunehmenden Einklemmung vor allem der Supraspinatussehne, der Bicepssehne oder der Infraspinatussehne, den Arm kaum noch über Schulterhöhe heben. Das eigentliche Impingement entsteht subacromial, also unterhalb des Schultereckgelenkes, weshalb hier von Subacromialsyndrom (kurz: SAS) gesprochen wird.

Der Begriff wird aber auch bei anderen Gelenken, insbesondere dem Hüftgelenk, benutzt. 

Mögliche weitere Ursachen der Einklemmung und/oder Schmerzen können auch eine Bursitis (Schleimbeutelentzündung) sein, diese entsteht vor allem durch eine Verkalkung der Supraspinatussehne, die im Laufe des Lebens entstehen kann. Die primäre Verkalkung, oder besser Kalkeinlagerung der Sehne, macht an der Schulte keine Beschwerden. Gelegentlich kann während der Bewegung dieser Kalk aus der Sehne heraustreten und den darüberliegenden Schleimbeutel entzünden, es handelt sich dabei um eine nicht bakterielle Entzündung, die demnach auch nicht mit Antibiotika behandelt wird, sondern mit sogenannten "nicht-steroidalen-anti-entzündlichen Rheumatika" NSAR oder im englischen Sprachgebrauch NSAID. Zu dieser Wirkstoffgruppe zählen u.a. Diclofenac (z.B. Voltaren) und Ibuprofen, Naproxen etc. 
Diese Medikamente lindern die Schmerzen und reduzieren die Entzündung. 

Weitere Erkrankungen an der Schulter sind die der kleinen Gelenke, dazu zählt das Schultereckgelenk (ACG = Acromioclavikulargelenk und das SCG = Sternoclavikulargelenk). Hier treten neben Entzündungen (Arthritiden) auch häufig Risse des Kapsel-Bandapparates durch Sportverletzungen auf (Einteilung nach Tossy oder genauer und aktueller nach Rockwood). 
 


Ellenbogenschmerzen

Als eine der häufigsten Erkrankungen des Ellenbogens ist die Epicondylitis (auch Epikondylopathie) ist ein erworbener, schmerzhafter Reizzustand der Sehnenansätze von Muskeln des Unterarms, die an den beiden Knochenvorsprüngen oberhalb des Gelenkknochens (Epikondylen) am unteren Ende Teil des Oberarmknochens entspringen. Die Erkrankung wird der Gruppe Sehnenansatzerkrankungen, Sehnenansatzentzündungen = Ansatztendinosen, oder Insertionstendopathien zugeordnet. Es gibt zwei Formen:

  1. Epicondylitis radialis humeri (auch Tennisellenbogen; Tennisarm oder Epicondylitis humeri lateralis): am äußeren Vorsprung des Oberarmknochens (Hier setzen die Strecker des Handgelenks und der Finger an).
  2. Epicondylitis ulnaris humeri (auch Golferellenbogen, Golferarm oder Epicondylitis humeri medialis): am inneren Vorsprung des Oberarmknochens (Beuger des Handgelenks und der Finger).

Die Ursachen für diesen Reizzustand sind vielfältig, reichen von Gartenarbeit bis zu PC-Arbeit in Form von Überbelastung, können aber auch traumatisch entstehen. Oft steht im Hintergrund eine (möglicherweise stumme) Halswirbelsäulen- oder Brustwirbelsäulenproblematik (zwischen Halswirbelkörper 6 und Brustwirbelkörper 9), welche die Beschwerden am Ellenbogen noch verschlimmert, eine Heilung verlangsamt oder gar der Auslöser für die Problematik sein kann. 
In der Manuelle Therapie/OMT ist deshalb die Untersuchung der zuvor genannten ellenbogenversorgenden Abschnitte obligatorisch. 

Zusätzlich können am Ellenbogen noch Erkrankungen der Nerven entstehen, diese zählen zu dem Erscheinungsbild der Neuropathien (Nerveneinklemmungen), die wir mit Behandlungstechniken der Neuromobilisation behandeln. Dazu zählen z.B. das Ulnarisrinnensyndrom und das Supinatorsyndrom. 

 

 

 

Handschmerzen

Der Karpaltunnel (Canalis carpi) ist ein Begriff aus der medizinischen Anatomie und bezeichnet einen Nerven-Muskeldurchgang an der Hand. Als Karpaltunnel wird der handflächenseitige Durchlass aufHöhe des Handgelenks  angesehen. Er wird von einem festen Band, dem "Retinaculum flexorum" abgedeckt und bildet einen Tunnel, der seitliche von den Handwurzelknochen  begrenzt wird. Er dient den Sehnen der Finger-Beugemuskeln der Hand (Flexoren) sowie dem Mittelarmnerv (Nervus medianus) als Durchlass und Führungseinrichtung. Zusätzlich verlaufen noch Blutgefäße und Lymphbahnen durch den Kanal, was bei Engpasssyndromen im Karpaltunnel zu Schwellungen der Hand führen kann. Häufig tritt dieses Syndrom in Kombination mit Schwangerschaften und Stillzeiten (Hormonveränderungen) und nach den Wechseljahren auf. In den vergangenen zwei Jahrzenten beobachtete man es zunehmend bei PC-Arbeit. Kommt es zu Überbeanspruchung der Sehnne und schwellen diese im Karpaltunnel an, wird der Medianusnerv bedrängt, klassicherweise fürht dies zum Kribbeln in den ersten drei Fingern und kann auch Schmerzen bereiten. Eine Arthrose oder Instabilität des Handgelenkes können ebenfalls im Hintergrund stehen und benötigen eine genaue Betrachtung und sollten bei der Behandlung eine wesentliche Rolle spielen.

In fortgeschrittenen Phasen kommt es zur Atrophie (Muskelabschwächung des Daumenballens) und muss dann auch operativ behandelt werden. In frühen Stadien führt die manualtherpautische Behandlung des Handgelenkes, die Verbesserung der Neuromobilität, des N. medianus und die Behandlung der Hals- und Brustwirbelsäule zum Erfolg, da in letzterem die versorgenden Zentren dieser Region im zentralen Nervensystem liegen. 

 

Die Handgelenksinstabilität sind vor allem bei Menschen nach Verletzungen des Handgelenkes (Brüche, Verstauchungen) bekannt. Es kommt hier zu einem Überdehnen des Kapsel- Band- Apparates und führt zu einer mechanischen Veränderung im Bewegungsablauf des Handgelenkes. Dies kann zu plötzlichen Subluxationen der Handwurzelknochen führen und einen scharfen Schmerz verursachen. Patienten erzählen oft von einem plötzlichen Fallenlassen von Gegenständen. (Dead-Hand-Syndrom) 

 

Ein weiteres Krankheitsbild stellen Sehnenscheidenentzündungen dar, die aufgrund von Überbelastung der Streck- oder Beugesehnen am Unterarm vorkommen können, die Beugesehnenentzündung ist ggf. kombiniert mit dem Karpaltunnelsyndrom.